Rob Krier - Skulpturen
Roswitha Grützke - gewebte Bilder

24.2. 2007 bis 14.4. 2007
Rob Krier (geb. 1938) ist ein führender Architekt der Postmoderne, Städteplaner und Theoretiker.
Der Vereinzelung der zeitgenössischen Architektur und deren ahistorische, auf keine Umgebung Rücksicht nehmende Erscheinung setzt er die Rückkehr zur gewachsenen Stadt entgegen, die eine individuelle Geschichte hat, in der sich Gebäude aus anderen ergeben, in der Straßen, Plätze und Häuserzeilen eine Einheit bilden.

Diesem humanistische Zug der Bauplanung liegt ein Menschenbild zugrunde, das diesen als Teil des Raumes sieht, als Konstituenten von Dimension, Richtung und Bewegung. Daher hat Krier sich nicht nur der Baukunst verschrieben, sondern ebenso der plastischen Bildnerei. Aus formbarem Material, aus Ton, schafft er in unendlichen Variationen Etüden über den menschlichen Körper.
Seine mittelgroßen Keramikskulpturen sind von barocker Bewegtheit, Einzelfiguren und Gruppen, Torsi und hermenartige Male. Die locker modellierte Oberfläche zitiert in witziger Weise Rodin’sche Formen und das den Block nur halb verlassende non finito Michelangelos. Einige dieser Entwürfe dienen als Bozetti für Großskulpturen, die mit der Architektur zusammen den Raum beleben und ihm eine menschliche Dimension verleihen.
Roswitha Grützke (geb. 1938) pflegt das seltene Handwerk der Bildwirkerei.

Ihre Wandteppiche sind gewebte Bilder, denn sie bilden im textilen Material ab, was das Auge der Künstlerin wahrnimmt. Farbenfrohe, fein gezeichnete Aquarelle dienen als Vorstufen der im Großformat ausgeführten Gobelins, doch auch von ganz eigener Intensität und Frische.

In den Arbeiten der letzten Jahre dominieren Interieurs, architektonische Elemente wie Treppen und Fenster, Durchgänge und Türen.
Einerseits illusionistisch, scheint in ihnen das Sonnenlicht auf Möbel und Vorhänge zu fallen, brechen sich Licht und Schatten an Stufen und Kanten. Andererseits gießt der textile Grund eine beinahe spürbare Wärme über die Szenerie, die sie verfremdet und in unwirkliche Erhabenheit hebt.


Die Bilder atmen die Behaglichkeit großer, durchlichteter Räume. Treppen und Durchgänge führen den Betrachter in immer neue, illusionäre Räume.


In der Ausstellung präsentiert sich der Architekt als Bildner von Menschen und die Textilmalerin als Gestalterin von Architektur. Wie sehr die Künste sich überschneiden und bedingen, wird so auf unverhoffte Weise offenbar.

Die Ausstellung in der Galerie Kunstgiesserei Flierl präsentiert das Wechselspiel der Genres vom 24. Februar bis zum 14. April 2007.

Die Vernissage in Anwesenheit der Künstler findet am Samstag, den 24.02.07 von 17 bis 20 Uhr statt. Rob Krier wird einen Werkbericht geben.




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